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  • Foto: Max Mustermann

Anteilnahme

Im Gedenken an Rolf Hennig (1928 - 2016)

Nach einem erfüllten Leben als Jäger, Wildforscher, Naturphilosoph und Jagdschriftsteller ist Rolf Hennig am
14. März 2016 in die ewigen Jagdgründe gewechselt. Wir verlieren mit ihm ein langjähriges geschätztes
Mitglied der GWJF. Ihm und seiner verehrten Ehefrau Dr. Windemut Hennig verdanken wir viele Details aus
seinem Leben. Wir begegneten uns erstmals 1983 auf dem Internationalen Wildbiologenkongress in
Štrbské Pleso/Hohe Tatra in der damaligen Tschechoslowakei. Seither waren wir freundschaftlich miteinander verbunden.

Rolf Hennig wurde am 9. Juli 1928 in Hamburg in einer Arzt- und passionierten Jägerfamilie geboren. Bereits
mit 14 Jahren erwarb er den Jugendjagdschein. Von 1949 bis 1954 studierte er an der Universität Hamburg
Forst- und Holzwirtschaft, Biologie und Philosophie, u.a. bei Franz Heske, dessen Organiklehre er bis an sein
Lebensende propagierte und vorlebte.

Bereits Anfang der 50er Jahre war er Volontärassistent an der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holz-
wirtschaft in Reinbek, wo erste Arbeiten auf den Gebieten der Forstbotanik, Forstzoologie, des Forstschutzes
und des Waldbaues entstanden. Als 1954 die Internationale  Ausstellung „Jagd und Sportfischerei“ in
Düsseldorf organisiert wurde, griff er als Assistent der Ausstellungsleitung in die Speichen dieser Weltausstellung und wirkte am Erinnerungswerk „Jagd und Hege in aller Welt“ mit.

In erster Linie arbeitete Hennig freiberuflich als Wissenschaftler, Waffensachverständiger und Schriftsteller
weiter. Die Liste seiner Veröffentlichungen ist beeindruckend. Zu seiner am intensivsten bearbeiteten Schalenwildart gehört das Schwarzwild.

Seine Tätigkeit als aktiver Jäger und Sportschütze führte ihn mit vielen Fragen des zivilen Waffen- und
Schießwesens zusammen. Dies führte zur Mitarbeit in Fachgremien, Beratung von Behörden, Verbänden und
Industrie und in der Schießausbildung verschiedener Sicherheitsbehörden. Er wurde Sachverständiger vor
Gerichten und Vorsitzender einer Prüfungskommission für die Abnahme der Waffensachkundeprüfung. Sein
Fachbuch „Die Waffensachkundeprüfung in Frage und Antwort“ erschien in 22 Auflagen sowie in Italien und
Holland. 2002 erhielt er neben vielen anderen Ehrungen des Kulturpreis des Deutschen Jagdverbandes.

1990 gründete Rolf Hennig die „Schriften für Organik“ womit die „Gesellschaft für Organik“ das Lebenswerk
des Naturphilosophen Franz Heske fortsetzte. 16 Studienreisen führten Hennig mit wild- und jagdkundlicher
Zielsetzung nach Afrika, was ihm internationale Anerkennung und Kontakte einbrachte.

Insgesamt entsprangen seiner Feder 30 Bücher und Broschüren in 70 Auflagen und über 500 Beiträge in
Sammelwerken und Fachzeitschriften. Erwähnt werden muss auch seine Tätigkeit als Mitherausgeber der
Zeitschrift „Waldhygiene“.

Rolf Hennig (links) in abendlicher Runde mit Prof. Dr. Egon Wagenknecht 1997 auf der GWJF-Tagung in Allrode

Eine allseits anerkannte Persönlichkeit des deutschen Jagdwesens und der Wildtierforschung ist von uns
gegangen. Er hat mit seinen Büchern „Am Anfang war die Jagd“ (2011) und „Der Wald – mein Leben“ (2014)
sein Leben nachgezeichnet. Wir werden Rolf Hennig und seine liebenswürdige hochbetagte Gattin als heraus-
ragende Charaktere und Gastgeber auch in Zukunft gern in Erinnerung behalten.

Michael und Annegret Stubbe, Halle/Saale

Universität Halle | 06099 Halle | Domplatz 4
Telefon 0345 5526453 | Telefax 0345 5527314
E-Mail stubbezoologie.uni-hallede

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