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Anteilnahme

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Schwark


Am 5. August 2018 vollendete sich in Gera der Lebenszyklus von Hans-Joachim Schwark. Die Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung verliert mit ihm eine hoch geachtete Persönlichkeit. Als Gründungs- und Ehrenmitglied sowie über seine vieljährige Tätigkeit als 2. Vorsitzender und Geschäftsführer der GWJF sind seine Analen fest mit unserer Gesellschaft verwurzelt. Es gereicht uns zu hoher Ehre, sein Vermächtnis in die Zukunft zu tragen.

Neben mehreren Büchern zu Pferden und zur Tierzucht sind über 400 weitere wissenschaftliche Publikationen in Fachzeitschriften oder Kapitel in Fachbüchern seiner Feder entsprungen. Als Direktor des Bereichs Veterinärmedizin und Tierproduktion an der Universität Leipzig gelang es ihm, zahlreiche Wissenschaftler zu wildbiologischer Forschung zu aktivieren. Ab 1980 organisierte er gemeinsam mit Siegfried Prien, Professor an der Sektion Forstwissenschaften der TU Dresden in Tharandt, die Kolloquienreihe „Wildbiologie und Wildbewirtschaftung“, um mit großem Weitblick auf die Erhaltung der Biodiversität, auf die ökologische Landnutzung, auf Wildbewirtschaftung und Naturschutz aktiv Einfluss zu nehmen. Um diese Ergebnisse nicht zu vergessen, haben wir nachfolgend in diesem Band der „Beiträge zur Jagd- und Wildforschung“ eine Bibliographie erarbeitet.

Mit dieser Kolloquienreihe offenbart sich nicht nur eine Lebensphilosophie sonders es wird bereits vor fast 40 Jahren das ausgesprochen, was heute vielfach als neu oder erstrebenswerte Erkenntnis wiederentdeckt oder angepriesen wird. Rückblickend zeigt dies zugleich, wie schwer sich eine Gesellschaft in der Werterhaltung und Wertschöpfung aus der Natur tut. Wildbewirtschaftung und Naturschutz haben doch das gleiche Ziel im Streben nach Erhaltung von Biodiversität, erstere mit den Prämissen der Abschöpfung von Naturressourcen zum gesellschaftlichen Nutzen. Mit diesem grundlegenden Gedankengut wollen wir Jochen Schwark aus dem Vorwort des ersten Bandes der Kolloquienreihe „Wildbiologie und Wildbewirtschaftung“ noch einmal zu Wort kommen lassen:

„Mit hochgradiger Konsequenz vollzieht sich in Europa und anderen Erdteilen eine unumkehrbar zunehmende Inanspruchnahme aller Naturressourcen. Die intensivere Nutzung der Erdoberfläche, des Wassers und der Luft, der Bodenschätze, Rohstoffquellen und Energieträger ist im Gleichklang mit der intensivierten Nutzung der technischen Errungenschaften inklusive ihrer Weiterentwicklung das Kennzeichnende der Gegenwart. Dieser Trend wird auch für überblickbare Zeiträume anhalten. Er bleibt nicht ohne Folgen für den Zustand der natürlichen Umwelt, die Gestaltung der Landwirtschaft und auf die wildlebenden Tierarten. Die Einordnung der Jagd in diesen von der Gesellschaftsentwicklung nicht loszulösenden Prozess erfordert, dass die Jägerschaft im Sinne einer „stabilen Biozönose“, einer in Flora und Fauna reichen Natur, einer entwickelten Ansprüchen Rechnung tragenden Landes- und damit Lebenskultur wirksam wird. Die Jagd wird nur dann dem gesellschaftlichen Erfordernis unserer Zeit gerecht, wenn sie voll in den Dienst der Erhaltung der Natur gestellt wird. Mit Passion und sachbezogenem Können und Wissen stellen sich die Jäger den Aufgaben, deren Lösung dort am besten gelingt, wo neue wissenschaftliche Erkenntnisse und gute Erfahrungen genutzt werden.“

Wir blicken dankbar auf seine Leistungen zurück. Noch im April dieses Jahres nahm er hoch betagt an unserer internationalen Tagung in Südthüringen teil und erhob in der Mitgliederversammlung mahnend und fordernd seine markante Stimme. All dies bleibt in bester Erinnerung!

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